AKUPRESSUR für Pferd und Hund

Akupressur beim Pferd und Hund ist eine sanfte, nicht hautverletzende Behandlungsmethode, die die meisten Pferde und Hunde sehr geniessen. Durch den Druck und die Massage der Akupunkturpunkte wird die Energie im Körper und den Meridianen positiv beeinflusst und sie kann wieder überall fliessen.

 

Wussten Sie, dass in China die Akupunktur und Akupressur zur Gesunderhaltung eingesetzt wird? In unseren Breitengraden wird diese jahrhundertealte Heilmethode meist nicht vorbeugend angewandt, sondern erst dann zu Hilfe genommen, wenn das Tier oder der Mensch erkrankt und/oder verletzt ist.

 

Gerade in der jetzigen Jahreszeit kann der Fellwechsel ein Thema werden. Vor allem ältere oder aber "gesundheitlich" angeschlagene Tiere haben mit dem Fellwechsel Mühe. Mit der Akupressur kann der Stoffwechsel angeregt und dadurch der Fellwechsel positiv beeinflusst werden.

 

Hufrehe-Patienten können sich meist nicht so bewegen wie sie möchten, hier hilft die Akupressur u.a. Verspannungen - entstanden durch Fehlbelastungen - zu lösen. Sie wirkt zudem schmerzlindernd und gesundheitsfördernd und kann gut zusammen mit anderen Hufrehe-spezifischen Therapien kombiniert werden. 

 

Verspannungen, zum Beispiel durch Wind und Kälte hervorgerufen, können - allenfalls kombiniert mit Wärme - mit der Massage der Akupunkturpunkte gelöst werden. 

 

WIE WIRKT AKUPRESSUR - WIE KANN SIE EINGESETZT WERDEN

Die Massage der Akupunkturpunkte und Meridiane regt den Energiefluss an und steigert dadurch das allgemeine Wohlbefinden und die Lebensqualität. 

 

Gleichzeitig werden die Durchblutung und der Stoffwechsel der Muskulatur angeregt. Die Zufuhr von Nährstoffen und der Abtransport von Schadstoffen wird unterstützt.

 

Zerstörte Strukturen – wie zum Beispiel Knochenbrüche oder Sehnenrisse – können durch die Akupressur nicht geheilt werden. ABER man kann auch bei solchen Verletzungen durch die Massage der Akupunkturpunkte die Energie wieder zum Fliessen bringen, den Heilungsprozess positiv unterstützen und bei überlasteter Muskulatur (u.a. verursacht durch Schonhaltung) für Entspannung sorgen. Verspannte Muskulatur wird gelockert und ermöglicht so die bessere Funktion dieser Muskelpartien. Bei Muskelverletzungen wirkt sie unterstützend, indem Faserverklebungen gelöst werden und der Flüssigkeitstransport aus dem Gewebe beschleunigt wird.

 

Nachfolgend einige Beispiele, bei denen die Akupressur angewandt werden kann: 

  • sie kann Blockaden und Verspannungen lösen und Bewegungsabläufe positiv beeinflussen.
  • sie kann dazu beitragen, die natürlichen Abwehrkräfte zu erhöhen, das Immunsystem zu stärken und die Verdauung zu unterstützen.
  • sie regt den Stoffwechsel an und kann deshalb bei Stoffwechselkrankheiten (Cushing Syndrom, PSSM) unterstützend angewandt werden
  • im Frühling und Herbst den Fellwechsel unterstützen
  • bei Allergien und Sommerekzem
  • Sie kann schmerzlindernd wirken und einen positiven Einfluss auf die Gelenke nehmen, besonders bei Arthrose, Hüft-, Schulter- und Ellbogendysplasie
  • Sie kann beruhigen und die Konzentration fördern und deshalb auch unterstützend bei der Turniervorbereitung angewandt werden. Aber auch bei Ängstlichkeit, Nervosität, Reizbarkeit Erfolge bringen.
  • Akupressur kann Heilungsprozesse und Therapien begleitend unterstützen und sie kann dem alten Tier helfen, die Gesundheit zu erhalten.
  • degenerative Myelopathie beim Hund - mit Akupressur und Hirudo-Punktur die Lebensqualität und Beweglichkeit möglichst lange erhalten; ergänzt mit Physiotherapie
  • traumatisierte, ängstliche Hunde mit "Heimhintergrund" werden offener, verspielter, vertrauensvoller... Referenzen sind vorhanden.

 

Es gibt noch viel mehr "Einsatzgebiete" bei denen die Akupressur mit Erfolg angewendet werden kann, die Aufzählung aller würde den Rahmen dieser Seite "sprengen". Fragen beantworte ich gerne telefonisch, per E-Mail oder SMS.

 

Wie reagieren die Tiere auf die Akupressur, in welchen Abständen wird sie angewendet?

(lesen Sie dazu auch den Artikel, der in der Tierwelt und Pferdewoche erschienen ist; siehe unten und in der Rubrik "Artikel in der...")

 

Viele Pferde und Hunde, aber auch Katzen, zeigen mir während der Akupressur ziemlich schnell selber, wo auch noch ein Punkt ist, der behandelt werden soll. Während der Massage der Akupunkturpunkte entspannen die meisten Tiere sehr schnell und zeigen verschiedene Reaktionen: sie dösen, sind plötzlich wieder hellwach und konzentriert, werden kurz unruhig, kauen, gähnen, schütteln sich…

 

In welchen Abständen?

Meist merken Sie als Tierbesitzer, wann die nächste Akupressur-Massage sein soll. Grundsätzlich ist es sinnvoll, die Akupressur gesundheiterhaltend oder Therapie-begleitend anzuwenden und nicht zu warten, bis der Energiefluss in den Meridianen wieder unterbrochen und/oder gestört ist. Deshalb sind regelmässige Behandlungen sinnvoll. 

 

Im November 2017 wurde ein Artikel von Alexandra Koch zum Thema Akupressur in der "Pferdewoche" veröffentlicht. Nachfolgend finden Sie die Fragen, die Frau Koch mir für diesen Artikel stellte und meine Antworten dazu.

 

Ist Akupressur für jedes Pferd und jeden Hund geeignet?

Grundsätzlich ja, es gibt aber Akupunktur- bzw. Akupressurpunkte, die nicht in jedem Fall

angewandt werden dürfen, zum Beispiel bei trächtigen Tierenn. Bis jetzt haben alle Pferde

und Hunde, die mir vorgestellt wurden, sehr positiv auf die Akupressur reagiert. Ich denke,

Tiere sind offenherzig und dankbar, wenn sie spüren, dass man ihnen etwas Gutes tut.

Menschen haben bestimmte Vorurteile, Vorstellungen und Bilder im Kopf und können so

unter Umständen die eine oder andere Behandlungsmethode nicht annehmen. Ich nehme

jedes Tier und seinen Besitzer so an wie sie sind. Dadurch gewinne ich sehr schnell das

Vertrauen von beiden.  Einzelne Tiere sind anfangs etwas ablehnend oder reagieren

nervös, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Oder auch, weil ich einen Punkt finde,

der das Tier stört. Solche Punkte lasse ich dann anfangs bewusst weg und gehe am Ende

der Akupressur nochmals an diese Stelle. Das Pferd (oder der Hund) hat mich dann soweit

kennen gelernt, dass es mir vertraut und auch diese Stellen behandeln lässt. Manche

Pferde und Hunde sind, je nach Charakter, vor allem anfangs etwas „zappelig“, sie wollen

sich bewegen, merken, dass „etwas“ in ihnen bewegt wird. Das lasse ich soweit wie möglich

zu. Aus Erfahrung weiss ich, dass auch diese Pferde und Hunde nach einiger Zeit entspan-

nen können. Ich habe ein Kundenpferd, das schon seit Jahren koppt. Während der Aku

pressur vergisst es dieses Verhalten, auch wenn Gegenstände, an denen es koppen 

könnte, vorhanden sind. Und: gerade bei Verspannungen und Nervosität erzielt die

Akupressur ganz tolle Resultate.

           

Was sollte ein Pferdehalter beachten, der Akupressur selbst anwenden möchte?

Sind spezielle Kurse ratsam? Oder sollte man bei Akupressur stets Fachleute heranlassen?

Nach „Anweisung“ kann man sicher den einen oder anderen Punkt akupressieren. Ich zeige meinen Kunden gerne, welchen Punkten sie selber Beachtung schenken können, bis ich wieder gerufen werde. Wie bei allen Tätigkeiten macht es Sinn, sich das entsprechende Wissen durch Aus- und Weiterbildung anzueignen, wenn man mehr in die Tiefe gehen will. Meiner Meinung nach braucht es nicht nur das „theoretische“ Wissen, wo die Punkte liegen und was sie bewirken. Man muss auch gut „geerdet sein“ und eine grosse Portion „Gefühl in den Händen und Fingerspitzen“ haben, gepaart mit Erfahrung, damit die Akupressur richtig angewandt und die Energie in den Meridianen zum Fliessen gebracht wird.

 

Als Unterstützung bei welchen Erkrankungen/Problemen des Pferdes wenden Sie

Akupressur hauptsächlich an?

Bei verspannter Muskulatur / Rückenproblemen / Arthrose / Stoffwechselstörungen, die sich

u.a. mit „dicken Beinen“ oder Fellwechselstörungen zeigen (auch bei Cushing) / unter-

stützend bei psychischen Problemen, die physische Beschwerden verursachen / Narben /

Allergien / unterstützend bei ängstlichen, unsicheren und beruhigend bei nervösen Tieren /

zur Konzentrationsförderung / bei Schmerzen / unterstützend bei verletzungsbedingten

Ruhepausen. 

 

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